Ösophagus bis Dünndarm

Am J Gastroenterol. 2023;118(7):1168–74

Yield of repeat endoscopy for Barrett’s esophagus after normal index endoscopy

Rubenstein JH, Burns JA, Arasim ME, Firsht EM, Harbrecht M, Widerquist M, Evans RR, Inadomi JM, Chang JW, Hazelton WD, Hur C, Kurlander JE, Lim F, Luebeck G, Macdonald PW, Reddy CA, Saini SD, Tan SX, Waljee AK, Lansdorp-Vogelaar I

Ausbeute einer wiederholten Endoskopie bei Barrett-Ösophagus nach unauffälliger Index-Endoskopie

Leitlinien empfehlen ein einmaliges Screening mittels Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) auf das Vorliegen eines Barrett-Ösophagus (BE) bei Personen mit einem erhöhten Risiko für ein Adenokarzinom der Spei seröhre (esophageal adenocarcinoma, EAC). Ziel dieser Studie war es, die diagnostische Ausbeute einer wiederholten ÖGD abzuschätzen, die in längeren Abständen nach einer normalen Index-ÖGD durchgeführt wurde. Hierfür erfolgte eine nationale retrospektive Analyse innerhalb der U.S. Veterans Health Administration. Es wurden Patient*innen mit einer unauffälligen Index-ÖGD zwischen 2003 und 2009 analysiert, die im Verlauf erneut eine ÖGD erhielten. Es wurde der Anteil der Patient*innen mit Erstdiagnose von BE, EAC oder Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs (esophagogastric junction adenocarcinoma, EGJAC) anhand der Datenbank aufgeführt. Im Anschluss erfolgte die tatsächliche Überprüfung der Krankenakte anhand einer Stichprobe. Es erfolgten logistische Regressionsmodelle zur Ermittlung der Wahrscheinlichkeit einer Erstdiagnose von BE/EAC/EGJAC. Die Analyse der Datenbank lieferte 71.216 Personen, die zwischen 1 und 16 Jahren nach einer Index-ÖGD eine wiederholte ÖGD hatten, ohne dass eine Abrechnung oder Dokumentation im Krebsregister für BE/EAC/EGJAC in der Zwischenzeit erfolgt war. Von diesen hatten 4088 nach der wiederholten ÖGD einen neuen Abrechnungs- oder Krebsregistercode für BE/EAC/EGJAC. Bei der manuellen Überprüfung einer zufällig ausgewählten Stichprobe wiesen die meisten Patient*innen tatsächlich keine Erstdiagnosen von BE/EAC/EGJAC auf. Ein längeres Intervall zwischen den ÖGDs war mit einer größeren Wahrscheinlichkeit einer Erstdiagnose verbunden (angepasste Odds-Ratio [aOR] für alle 5 Jahre = 1,31; 95% Konfidenzintervall [CI]: 1,19–1,44), insbesondere bei denjenigen, die während der Index-ÖGD jünger waren (Alter 19–29 Jahre: aOR = 3,92; 95% CI: 1,24–12,4; Alter 60–69 Jahre: aOR = 1,19; 95% CI: 1,01–1,40).

Die Ausbeute erneuter Ösophagogastroduodenoskopien (ÖGD) für Barrett-Ösophagus/Adenokarzinom der Speiseröhre/Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs scheint mit der Zeit nach einer normalen Index-ÖGD zu steigen, insbesondere bei jüngeren Personen. Prospektive Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

J.H. Rubenstein, M.D., Associate Professor of Internal Medicine, Division of Gastroenterology, Department of Internal Medicine, University of Michigan Medical School, Ann Arbor, MI, USA, E-Mail: jhr@umich.edu

DOI: 10.14309/ajg.0000000000002204

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