Ösophagus bis Dünndarm

Endoscopy. 2023;55(6):491–8

The effect of procedural time on dysplasia detection rate during endoscopic surveillance of Barrett’s esophagus

Vithayathil M, Modolell I, Ortiz-Fernandez-Sordo J, Pappas A, Januszewicz W, O’Donovan M, Bianchi M, White JR, Kaye P, Ragunath K, di Pietro M

Der Einfluss der Untersuchungsdauer auf die Detektionsrate von Dysplasien bei der endoskopischen Überwachung des Barrett-Ösophagus

Die endoskopische Überwachung des Barrett-Ösophagus mit Biopsien nach dem Seattle-Protokoll ist zeitaufwendig und wird in der Routine nur unzureichend durchgeführt. Es gibt keine empfohlene Untersuchungsdauer für die Überwachung des Barrett-Ösophagus. In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss der Untersuchungsdauer mit adäquater Gewebeentnahme auf die Dysplasiedetektionsrate (DDR) untersucht. Es erfolgte eine Post-hoc-Analyse des Standardarms einer randomisierten, kontrollierten Crossover-Studie, in welche Patient*innen mit Barrett-Ösophagus (≥ C2 und/oder ≥ M3) und ohne eindeutig sichtbare dysplastische Läsionen eingeschlossen wurden. Nach Inspektion mit Weißlicht-Endoskopie erfolgte gezielt die Biopsie subtiler Läsionen sowie die Entnahme von Biopsien nach dem Seattle-Protokoll. Die Untersuchungsdauer und die Anzahl der Biopsien wurden nach der Barrett-Länge stratifiziert. Der Einfluss endoskopiebezogener Variablen auf die DDR wurde mittels multivariabler logistischer Regression analysiert. Von 142 rekrutierten Patient*innen hatten 15 (10,6%) eine hochgradige Dysplasie/ein intramukosales Karzinom und 15 (10,6%) eine niedriggradige Dysplasie. Die mediane Untersuchungsdauer betrug 16,5 Minuten (Interquartilenabstand, 14,0–19,0 Minuten). Die Endoskopiedauer erhöhte sich um 0,9 Minuten für jeden zusätzlichen Zentimeter Barrett-Länge. Biopsien nach dem Seattle-Protokoll zeigten eine höhere Sensitivität für Dysplasien als gezielte Biopsien (86,7% vs. 60,0%; p = 0,045). Eine längere Untersuchungsdauer war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Detektion von Dysplasien in Quadrantenbiopsien assoziiert (Odds-Ratio [OR] = 1,10; 95% Konfidenzintervall [CI]: 1,00–1,20, p = 0,04). Bei Patient*innen mit Barrett-Ösophagus > 6 cm galt dies auch für gezielte Biopsien (OR = 1,21, 95% CI: 1,04–1,40; p = 0,01).

Bei Patient*innen mit Barrett-Ösophagus ohne eindeutig sichtbare dysplastische Läsionen war eine längere Untersuchungsdauer mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Detektion von Dysplasien verbunden. Um eine qualitativ hochwertige Überwachung durchzuführen und die Dysplasiedetektionsrate zu maximieren, sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.

Dr. M. di Pietro, Early Cancer Institute, Department of Oncology, University of Cambridge, Cambridge Biomedical Campus, Cambridge, Großbritannien, E-Mail: md460@cam.ac.uk

DOI: 10.1055/a-2015-8883

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