Ösophagus bis Dünndarm

Clin Gastroenterol Hepatol. 2023;21(9):2260–9.e9

Clinical relevance of random biopsies from the esophagogastric junction after complete eradication of Barrett’s esophagus is low

Frederiks CN, van Munster SN, Nieuwenhuis EA, Alvarez Herrero L, Alkhalaf A, Schenk BE, Schoon EJ, Curvers WL, Koch AD, de Jonge PF, Tang T, Nagengast WB, Westerhof J, Houben MHMG, Bergman JJGHM, Pouw RE, Weusten BLAM; Dutch Barrett Expert Centers

Die klinische Relevanz zufälliger Biopsien aus dem gastroösophagealen Übergang nach vollständiger Eradikation des Barrett-Ösophagus ist gering

Obwohl eine zufällige histologische Probenentnahme aus dem gastroösophagealen Übergang (esophagogastric junction, EGJ) nach vollständiger Eradikation des Barrett-Ösophagus (BE) empfohlen wird, ist ihre klinische Relevanz fraglich. Ziel dieser Studie war es, die Inzidenz und die langfristigen Ergebnisse von Befunden aus zufälligen EGJ-Biopsien in einer landesweiten Kohorte mit langfristiger Nachbeobachtung zu bewerten. Für die Studie schlossen die Autor*innen aus dem niederländischen Register alle Patient*innen mit erfolgreicher endoskopischer Eradikationstherapie (EET) früher BE-Neoplasien ein. Eine erfolgreiche EET war definiert als komplette endoskopische Eradikation aller sichtbaren BE-Anteile (CE-BE). Die Patient*innen wurden in 9 Expertenzentren nach einem gemeinsamen Protokoll behandelt und nachbeobachtet. Zu den Ergebnissen gehörten die Inzidenz von intestinaler Metaplasie (IM) am EGJ (EGJ-IM) und der Zusammenhang zwischen IM und sichtbarem (dysplastischem) BE-Rezidiv. Insgesamt wurden 1154 Patient*innen mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 43 Monaten (Interquartilenabstand [IQR], 22–69 Monate) eingeschlossen. Zum Zeitpunkt der CE-BE wurde bei 7% der Patient*innen (78/1154) eine persistierende EGJ-IM festgestellt, die sich bei der weiteren Nachuntersuchung bei 46% der Patient*innen (42/78) reproduzieren ließ. Es bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen persistierender EGJ-IM bei CE-BE und wiederkehrendem nicht-dysplastischem oder dysplastischem BE (Hazard-Ratio [HR] = 1,15; 95% Konfidenzintervall [CI]: 0,63–2,13 und HR = 0,73; 95% CI: 0,17–3,06). Unter den Patient*innen ohne EGJ-IM zum Zeitpunkt der CE-BE (1043/1154; 90%) trat eine EGJ-IM bei 7% (72/1043) nach im Median 21 Monaten (IQR, 15–36 Monate) erneut auf. Dies konnte während der weiteren Nachuntersuchung bei 26% der Patient*innen (19/72) reproduziert werden. Es wurde kein Zusammenhang zwischen rezidivierender EGJ-IM und nicht-dysplastischem oder dysplastischem Rezidiv gefunden (HR = 1,18; 95% CI: 0,67–2,06 bzw. HR = 0,27; 95% CI: 0,04–1,96).

Da eine intestinale Metaplasie am gastroösophagealen Übergang (EGJ) nicht mit einem höheren Risiko für wiederkehrende Erkrankungen assoziiert war, empfehlen die Studienleiter*innen, nach erfolgreicher endoskopischer Eradikationstherapie auf eine zufällige Probenentnahme am EGJ zu verzichten – unter der Voraussetzung, dass die Versorgung in Fachzentren erfolgt und die Speiseröhre, einschließlich des EGJ, sorgfältig untersucht wird.

Prof. Dr. B.L.A.M. Weusten, Department of Gastroenterology and Hepatology, St. Antonius Hospital, Nieuwegein, Niederlande, E-Mail: b.weusten@antoniusziekenhuis.nl

DOI: 10.1016/j.cgh.2022.11.012

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