Dickdarm bis Rektum

Adipositas: medikamentöse Therapie

Verfügbarkeit:

15.09.2023-14.09.2024

Punkte:

1 Punkt

Zertifizierung:

Landesärztekammer Baden-Württemberg

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Zusammenfassung

Übergewicht und Adipositas nehmen in Deutschland und weltweit zu.  Adipositas wird heute als chronische Erkrankung mit dem Body-Mass-Index (BMI) als therapeutischem Zielparameter und der Vermeidung von Adipositas-assoziierten Komplikationen als Therapieziel angesehen. Erkenntnisse der letzten Jahre haben ergeben, dass die Reduktion von Komplikationen mit dem Umfang der Gewichtsreduktion korreliert. In vielen Leitlinien ist die Evidenz aufgenommen, dass nur eine multimodale Therapie mit unterschied-lichen therapeutischen Ansätzen eine realistische Aussicht auf Erfolg zur dauerhaften Gewichtsreduktion und damit Reduktion von Folgekomplikatio-nen der Adipositas hat. Klassische therapeutische Ansätze im Rahmen des Basisprogramms umfassen die Ernährungstherapie, die Bewegungstherapie sowie die Verhaltenstherapie und schließen bei stärkerem Übergewicht baria-trische Operationen bei entsprechenden klinischen Voraussetzungen ein. Medikamentöse Therapieoptionen für die Behandlung der Adipositas waren bislang limitiert und in Deutschland im Wesentlichen auf die zugelassenen Medikamente Orlistat und Liraglutid beschränkt, während andere zentral wirksame Medikamente in Deutschland nicht verfügbar sind. Die Tatsache, dass eine medikamentöse Behandlung der Adipositas bislang auf „Selbst-zahlerbasis“ erfolgen muss, hat dazu geführt, dass die Pharmakotherapie der Adipositas bislang kaum in der Praxis eingesetzt wird. Neue und zukünftige medikamentöse Therapieoptionen auf Basis von Inkretinhormonen bieten allerdings die Möglichkeit, hochwirksame und gut verträgliche Medikamente zur Behandlung der Adipositas und ihrer Folgeerkrankungen breiter ein-zusetzen. Im Wesentlichen sind dies injektabile Medikamente, welche von Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1)- Rezeptoragonisten abgeleitet sind, welche ursprünglich für die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt wurden. Der Einsatz dieser Medikamente in der Indikation Typ-2-Diabetes hat gezeigt, dass diese substanzielle, dosisabhängige Effekte auf die Reduk-tion des Körpergewichts bei übergewichtigen Menschen haben, auch un-abhängig vom Vorhandensein einer Glukosestoffwechselstörung. Darüber hinaus haben diese Medikamente in Endpunktstudien gezeigt, dass kardio-vaskuläre Ereignisse reduziert werden können. Im weiteren Verlauf wurden diese Medikamente (Liraglutid, Semaglutid und Dulaglutid) in höherer  Dosierung für die Behandlung der Adipositas weiterentwickelt. Hier können Gewichtsreduktionen von bis zu 17% erreicht werden. Neuere Weiterentwicklungen stellen die sogenannten Inkretin-Co-Agonisten dar, die mehrere Inkretin-Hormon-rezeptoren (GLP-1, glukoseabhängiges insulinotropes Peptid [GIP], Glucagon) gleichzeitig aktivieren. Neben einem stärkeren Effekt zur Glukosesenkung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigen diese Medikamente auch einen stärkeren gewichtsreduzierenden Effekt, wie z. B. Tirzepatid, das bereits zugelassen ist − hier können noch größere Gewichtsreduktionen erreicht werden. Weitere Inkretin-Co-Agonisten haben in präklinischen Studien noch größere Effekte von bis zu 30% Gewichtsreduktion gezeigt, sodass hier die Lücke der nicht-medikamentösen Basistherapie der Adipositas zur bariatrischen Chirurgie durch diese Medikamente in Zukunft geschlossen werden könnte, wenn diese in Zukunft als Kassenleistung eingestuft werden.

FGK 4/23

Autoren

Prof. Dr. Jochen Seufert
Abteilung Endokrinologie und Diabetologie
Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

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